Umstrittenes Salz Monopol

Im Aargau und in Baselland wird rund um die Uhr Salz aus dem Boden geholt. Es landet auf Tellern und Strassen – ein umstrittenes Monopol bewahrt es vor ausländischer Konkurrenz.

Karin Keil wurde schon bei der ersten Ladung erwischt. Ein Mitarbeiter der Transportfirma entdeckte die Packungen in einer Lieferung von anderthalb Tonnen Gewürzen aus Südafrika – gut 100 Kilogramm reinster, schneeweisser Stoff. Der Mann griff sofort zum Telefon.

«Er sagte, ich müsse schnellstens eine Einfuhrbewilligung einholen», sagt Keil. Die 43-Jährige hatte Salz aus einer Fair-Trade-Saline in Südafrika geordert, um es in der Schweiz weiterzuverkaufen. Nun hing die Ware an der Grenze fest.

Für die Bewilligung musste sich Keil nicht an den Staat wenden, sondern an die Schweizer Rheinsalinen AG. Noch spätabends schrieb sie eine E-Mail. Um acht Uhr anderntags klingelte ihr Telefon. Eine Mitarbeiterin der Rheinsalinen erklärte Keil, es sei verboten, Salz einzuführen. Die Firma habe das Monopol auf Salzhandel in der Schweiz – und für die Einfuhr von reinem Salz werde keine Bewilligung erteilt.

«Sie wollten, dass ich die Lieferung nach Südafrika zurückschicke», sagt Keil. «Ich dachte: Das gibts doch nicht.»

Das sogenannte Salzregal, mit dem Salzgewinnung und -handel in der Schweiz geregelt sind, geht immer wieder vergessen. Es ist ein historisch gewachsenes ­Konstrukt, das die politische Bedeutung des Salzes widerspiegelt.

Der Schatz bei Muttenz

Es ist nicht nur ein lebensnotwendiges ­Mineral für Mensch und Vieh, es war über Jahrtausende unverzichtbar als Konservierungsmittel und deshalb eine begehrte Handelsware. Abbau und Handel waren ein Privileg der Obrigkeit, die dieses Recht manchmal – gegen einen entsprechenden Obolus – an Dritte abtrat.

Hierzulande gab es nur vereinzelt kleine Funde, die für eine Selbstversorgung nicht ergiebig genug waren. Darum war die Schweiz lange von Importen abhängig.

Erst 1836 stiess der deutsche Geschäftsmann Carl Christian Friedrich Glenck 
auf ein erlösendes Salzvorkommen auf Schweizer Boden. 16 Jahre lang hatte er vergebens gesucht; im Wallis, im Jura, in Zürich und Schaffhausen tiefe Schächte gebohrt, bevor er bei Muttenz BL fündig wurde. In 134 Meter Tiefe stiess er auf eine mächtige Salzschicht – Überbleibsel eines vorgeschichtlichen Meers.

Unternehmer Glenck gründete die Sa­line Schweizerhalle. Kurz darauf entstanden im nahen Aargau drei weitere Salinen, und in den folgenden Jahrzehnten lieferten sich die Konkurrenten einen Preiskampf. Um diesen beizulegen, wurde 1909 die Vereinigte Schweizerische Rheinsalinen AG gegründet, an der sich nach und nach alle Kantone beteiligten – ausser der Waadt, die mit der Saline de Bex SA ­eine eigene Produktion betrieb (bis zum vollständigen 
Zusammenschluss vor wenigen Wochen).

Die Salinen behielten das alleinige Versorgungsrecht. Zudem durfte die Ware nur von den offiziellen Salzauswägern weiterverkauft werden.

Salzschmuggel von Kanton zu Kanton

Da die Regierungen der beteiligten Kan­tone den Wiederverkaufspreis festlegten, kam es innerhalb der Schweiz teilweise zu beträchtlichen Preisunterschieden. Bis in die siebziger Jahre gab es deshalb regen Salzschmuggel. Vom billigen Aargau ins teure Solothurnische zum Beispiel oder von Bern nach Freiburg. In Bern kostete damals der 50-Kilo-Sack Fr. 12.50, in Freiburg das Doppelte. Bauern versteckten die Fracht im Holzkasten ihres Bockwägelis und ruckelten damit eilig über die Sense. «Und der Müller fuhr manchmal mit einem ­halben Lastwagen voll ins Freiburgische hinüber», erinnert sich Fritz Imhof.

Der 79-Jährige war Anfang der Siebziger der letzte amtliche Salzauswäger in Neuenegg BE. Wer beim Salzschmuggel erwischt wurde, zahlte fünf Franken Busse pro Kilo, erzählt Imhof. Im Wiederholungsfall drohte Gefängnis. Aber zu seiner Zeit sei bereits nicht mehr scharf kontrolliert worden: «Die hätten auf der Sensebrücke stehen bleiben müssen, um aufzufliegen.»

Nach einer interkantonalen Vereinbarung konnte ab 1973 jeder direkt bei den Rheinsalinen Salz beziehen und weiterverkaufen, womit die Preisunterschiede und folglich auch der Salzschmuggel zwischen den Kantonen verschwanden.

Gegen aussen blieb der Schweizer Salzmarkt aber abgeschottet. «Bitte beachten Sie, dass Sie reines Salz künftig nicht mehr in die Schweiz einführen können», stand im Schreiben, das Karin Keil von der Rheinsalinen AG erhielt. Nach einigem Hin und Her am Telefon hatte sie für ihr Salz zwar «als Ausnahme» eine Bewilligung erhalten, musste aber für die widerrechtliche Einfuhr 100 Franken bezahlen, in Verbindung mit dem ausdrücklichen Verbot, weiteres Salz zu importieren. Denn das allei­nige Versorgungsrecht für den Schweizer Markt gilt auch für den Bezug von «besonderen, von der Schweizer Rheinsaline nicht hergestellten Produkten».

Auf Fragen zum Salzmonopol ist Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Rheinsalinen AG, vorbereitet. Das Modell stehe für Gesundheit, Solidarität und Sicherheit, sagt er: Gesundheit, weil die Bevölkerung via Salz mit Jod und Fluor versorgt werde; Solidarität, weil die gelieferte Tonne Salz ungeachtet der Transportdistanz für alle Schweizer Gemeinden gleich viel koste; ­Sicherheit, weil die heimischen Salzlager die lückenlose Versorgung gewährleisteten.

Da Letzteres in den vergangenen Jahren nicht immer gelang, geriet das Salzregal in die Kritik. Schuld war das Wetter. «Immer wenn Streusalz knapp wurde, hat man das Regal in Frage gestellt», sagt Hofmeier. Der mit Abstand grösste Teil der Produk­tion ist Auftausalz. Gut 350 000 Tonnen wurden 2013 in der Schweiz verkauft. Und geht im Winter das Salz aus, lahmt der Verkehr.

Hofmeier zeigt eine Grafik zum Salz­verbrauch der letzten Jahre. Über den höchsten Ausschlägen thront jeweils ein Wölkchen mit Frostsymbol, das erste markiert den Jahrhundertwinter 1999. «Darauf folgte der Jahrhundertwinter 2004 und schliesslich jener von 2009 – einer härter als der andere. Jedes Mal hiess es: Das passiert nur alle 100 Jahre», sagt Hofmeier. Und jedes Mal gingen die Salzvorräte zu früh zur Neige.

Im Winter 2009/10 mussten die Rheinsalinen das Salz kontingentieren; Bergkantone mit Autobahnen und Regionen mit grossen Verkehrsdrehscheiben wurden zuerst beliefert. Das verärgerte manche Gemeinden, die wegen des Monopols kein anderes Salz kaufen durften, gleichzeitig aber nicht ausreichend versorgt wurden. Alles rief nach Liberalisierung.

Allerdings: Wenn Angebot und Nachfrage frei spielen, könnten harte Winter für die Gemeinden teuer werden. Vor vier Jahren wurden in Deutschland bis zu 300 Euro pro Tonne geboten; für Salz, das man aus Rumänien, Dubai oder Nordafrika ankaufen musste. Im Sommer kostete die gleiche Menge dafür nur einen Fünftel davon.

«Bei uns kostet die Tonne im Sommer fix 140 Franken, im Winter 190 Franken», sagt Hofmeier. Die Saline Riburg gelte als eine der effizientesten Europas. Und ein allfälliger Aufpreis gegenüber international gehandeltem Salz sei durch die Kosten für die Versorgungssicherheit gerechtfertigt. Um besser gewappnet zu sein, investierte der Verwaltungsrat in den letzten Jahren rund 40 Millionen Franken in zusätzliche Lager. «Allein der Saldome 2 kostete 26 Millionen Franken.» Er wurde vor zwei Jahren in Möhlin AG in Betrieb genommen; eine freitragende Kuppelkonstruktion aus Holz, in der über 100’000 Tonnen Salz eingelagert werden können. Im kleineren Schwestergebäude finden rund 70’000 ­Tonnen Platz.

400’000 Tonnen Salz im Lager

Diese Lagerkapazität soll Eng­pässe wie 2009 verhindern. Dank dem vergangenen milden Winter sind die Bestände bereits aufgefüllt. Unter den mächtigen Holzkuppeln bei der Saline Riburg und schweizweit in regionalen Lagerhallen und lokalen Silos liegen nun 400’000 Tonnen Salz. «Das ist fast das Fünffache der Menge, die im ­bisher strengsten Wintermonat benötigt wurde», sagt Hofmeier. Und bis der Vorrat aufgebraucht sei, könne man weitere 180’000 Tonnen produzieren.

Den letzten Jahrhundertwinter – jenen von 2012/13 – habe man dank den getätigten Investitionen bereits ohne Versorgungsengpässe gemeistert. Dem kommenden blickt Hofmeier gelassen entgegen.

Kritiker zweifeln allerdings weiterhin, ob der Monopolist die Leistung ­insgesamt günstiger erbringt als der freie Markt. Auch der Bundesrat ist der Meinung, die heutige Situation sei überholt, doch die Kantone als Eigentümer der Salinen halten am ­Regal fest. Schliesslich verdienen sie Geld damit: Rund 16 Millionen Franken betrage der durchschnittliche Jahresgewinn, bei 100 Millionen Umsatz, sagt Hofmeier. In harten Wintern auch wesentlich mehr. «Dieses Jahr schreiben wir wegen des milden Winters eine schwarze Null.»

Eine Anfang Jahr getroffene Vereinbarung mit dem Preisüberwacher sieht vor, dass Gewinne, die eine bestimmte Schwelle überschreiten, künftig direkt an die Kunden rückerstattet werden – das sind in erster Linie Kantone, Städte und Gemeinden, die das Streusalz gekauft haben. «Letztes Jahr haben wir eine Million Franken rückerstattet – bis hinunter zu 50 Franken», sagt Hofmeier.

Der Preisüberwacher wurde aktiv, weil die Gewinne gemäss der Aktienbeteiligung ausgeschüttet wurden. Kantone mit vielen Aktien und tiefem Salzbedarf profitieren in strengen Wintern übermässig, während die anderen vor allem bezahlen.

In der Vereinbarung wurden auch die Importbestimmungen für Speise- und Wellnesssalz entschärft: Künftig dürfen Salze, die die Rheinsalinen nicht im Sortiment führen, importiert werden – für Mengen bis 500 Kilogramm kostet die Bewilligung inklusive Regalabgaben 100 Franken. Karin Keils letztjährige Lieferung wäre heute also legal.

«Speisesalz als Auftausalz verkaufen»

Gesundheit, Solidarität und Versorgungs­sicherheit in Ehren – aber was tragen Importbeschränkungen für Salzspezialitäten dazu bei? Hofmeier sagt, es gehe darum, grosse Mengen vom heimischen Markt fernzuhalten: «Salz ist schwierig zu differenzieren – wenn wir einfach alles frei­geben, könnten Sie theoretisch günstiges Speisesalz importieren und es im Winter als Auftausalz verkaufen.»

Dadurch könnte der Betrieb in Bedrängnis geraten. Aber Versorgungssicherheit sei nur zu gewährleisten, wenn die Schweiz über eine laufende Saline verfüge.

Vielleicht haben die Befürworter des Monopols auch eine weitere Eigenheit des Minerals vor Augen: Salz rinnt wie eine Flüssigkeit. Wenn ein Salzkorn eine Öffnung findet, folgt ihm das nächste, dann das nächste und so weiter. Unaufhörlich, bis die Ladung verloren ist. Da wird jedes Schlupfloch zum Riesenproblem.

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Le monopole controversé du sel

En Argovie et dans la région de Bâle-Campagne, le sel est extrait du sol 24 heures sur 24. Il finit dans les assiettes et sur les routes – un monopole controversé le protège de la concurrence étrangère.

Karin Keil a déjà été prise avec le premier chargement. Un employé de l’entreprise de transport a découvert les colis dans une cargaison d’une tonne et demie d’épices en provenance d’Afrique du Sud – une bonne centaine de kilos de la matière la plus pure et la plus blanche de la neige. L’homme a immédiatement décroché le téléphone.

«Il a dit que je devais obtenir un permis d’importation»,dit Keil. L’homme de 43 ans avait commandé du sel à une saline de commerce équitable en Afrique du Sud pour le revendre en Suisse. Les marchandises étaient alors bloquées à la frontière.

Keil n’a pas eu à se tourner vers l’État pour obtenir l’approbation, mais vers Schweizer Rheinsalinen AG. Elle a écrit un e-mail tard dans la soirée. Le lendemain, à huit heures, son téléphone a sonné. Un employé des Salines du Rhin a expliqué à Keil qu’il était interdit d’importer du sel. La société avait le monopole du commerce du sel en Suisse – et aucune autorisation n’était délivrée pour l’importation de sel pur.

„Ils voulaient que je renvoie le chargement en Afrique du Sud“, a déclaré M. Keil. „Je me suis dit : c’est impossible.“

On oublie toujours le „plateau de sel“, qui régit la production et le commerce du sel en Suisse. C’est une construction historique qui reflète la signification politique du sel.

Le trésor de Muttenz

Ce n’est pas seulement un minéral vital pour l’homme et le bétail, il a également été indispensable comme conservateur pendant des milliers d’années et donc une denrée recherchée. L’exploitation minière et le commerce étaient un privilège des autorités, qui cédaient parfois ce droit à des tiers en échange d’une redevance correspondante.

Dans ce pays, il n’y avait que de petites trouvailles isolées qui n’étaient pas assez productives pour assurer l’autosuffisance. C’est pourquoi la Suisse a longtemps été dépendante des importations.

Ce n’est qu’en 1836 que l’homme d’affaires allemand Carl Christian Friedrich Glenck a découvert un gisement de sel salvateur sur le sol suisse. Il avait cherché en vain pendant 16 ans ; des puits profonds ont été forés en Valais, dans le Jura, à Zurich et à Schaffhouse avant qu’il ne le trouve près de Muttenz BL. A 134 mètres de profondeur, il a rencontré une épaisse couche de sel, vestiges d’une mer préhistorique.

L’entrepreneur Glenck a fondé les salines de Schweizerhalle. Peu de temps après, trois autres salines ont été construites dans la région voisine d’Argovie, et dans les décennies qui ont suivi, les concurrents se sont engagés dans une guerre des prix. Pour régler ce problème, la Vereinigte Schweizerische Rheinsalinen AG a été fondée en 1909 et tous les cantons ont progressivement participé à la société – à l’exception du canton de Vaud, qui exploitait sa propre production avec Saline de Bex SA (jusqu’à la fusion complète il y a quelques semaines).

Les salines conservent le seul droit d’approvisionnement. De plus, les marchandises ne pouvaient être revendues que par les fournisseurs officiels de sel.

Contrebande de sel de canton à canton

Comme les gouvernements des cantons concernés fixaient le prix de revente, il y avait parfois des différences de prix considérables à l’intérieur de la Suisse. Jusqu’aux années soixante-dix, il y avait donc beaucoup de contrebande de sel. De l’Argovie bon marché à la chère Soleure, par exemple, ou de Berne à Fribourg. A Berne, le sac de 50 kilos coûte 12,50 francs, à Fribourg, le double. Les paysans cachaient la cargaison dans la caisse en bois de leurs roues à aubes et la faisaient passer en toute hâte par-dessus la faux. „Et le meunier conduisait parfois un demi camion plein dans la région de Freiburg“, se souvient Fritz Imhof.

A 79 ans, il était le dernier peseur de sel officiel de Neuenegg BE au début des années 70. Toute personne surprise à faire de la contrebande de sel est condamnée à une amende de cinq francs par kilo, explique Imhof. En cas de récidive, il a été menacé de prison. Mais en son temps, il n’y avait plus de contrôles stricts : „Il aurait fallu qu’ils s’arrêtent sur le pont des Sens pour être découverts.

Selon un accord intercantonal, à partir de 1973, tout le monde pouvait acheter du sel directement aux salines du Rhin et le revendre, ce qui éliminait les différences de prix et donc la contrebande de sel entre les cantons.

Cependant, le marché suisse du sel est resté fermé au monde extérieur. „Veuillez noter qu’à l’avenir, vous ne pourrez plus importer de sel pur en Suisse“, a été écrit dans une lettre que Karin Keil a reçue de Rheinsalinen AG. Après quelques allers-retours au téléphone, elle avait reçu un permis pour son sel „à titre exceptionnel“, mais devait payer 100 francs pour l’importation illégale, en rapport avec l’interdiction expresse d’importer d’autres sels. En effet, le droit exclusif d’approvisionnement du marché suisse s’applique également à l’achat de „produits spéciaux non fabriqués par les salines suisses du Rhin“.

Urs Hofmeier, directeur général de la Rheinsalinen AG, est prêt à répondre aux questions sur le monopole du sel. Ce modèle est synonyme de santé, de solidarité et de sécurité, dit-il : santé, parce que la population est approvisionnée en iode et en fluor par le sel ; solidarité, parce que la tonne de sel livrée coûte la même chose à toutes les communautés suisses, quelle que soit la distance de transport ; sécurité, parce que les entrepôts de sel nationaux garantissent un approvisionnement ininterrompu.

Comme ces dernières n’ont pas toujours réussi ces dernières années, le plateau de sel a fait l’objet de critiques. C’est la météo qui est en cause. „Chaque fois que le sel de déneigement se faisait rare, on remettait en question la tablette“, dit Hofmeier. Le sel de déglaçage représente de loin la plus grande partie de la production. Un bon 350 000 tonnes ont été vendues en Suisse en 2013. Et si le sel s’épuise en hiver, la circulation sera paralysée.

Hofmeier montre un graphique de la consommation de sel au cours des dernières années. Au-dessus des plus hautes déviations, il y a un petit nuage avec un symbole de gel, dont le premier marque l’hiver du siècle en 1999, suivi de l’hiver du siècle en 2004, et enfin de l’hiver 2009 – l’un plus dur que l’autre. Chaque fois, on a dit que cela n’arrive que tous les 100 ans“, explique M. Hofmeier. Et à chaque fois, les réserves de sel se sont épuisées trop tôt.

Au cours de l’hiver 2009/10, les salines du Rhin ont dû attribuer des quotas de sel ; les cantons de montagne dotés d’autoroutes et les régions dotées de grands centres de transport ont été les premiers à être approvisionnés. Cela a contrarié certaines communautés, qui n’étaient pas autorisées à acheter d’autre sel en raison du monopole, mais qui en même temps n’étaient pas suffisamment approvisionnées. Tout appelait à la libéralisation.

Cependant, si l’offre et la demande sont autorisées à jouer librement, les hivers rigoureux pourraient devenir coûteux pour les communautés. Il y a quatre ans, jusqu’à 300 euros par tonne étaient proposés en Allemagne, pour le sel qui devait être acheté en Roumanie, à Dubaï ou en Afrique du Nord. En été, le même montant ne coûte qu’un cinquième de ce montant.

„Dans notre pays, une tonne coûte 140 francs fixes en été et 190 francs en hiver“, explique M. Hofmeier. La saline de Riburg est considérée comme l’une des plus efficaces d’Europe. Et toute surcharge par rapport au sel commercialisé au niveau international se justifie par les coûts de la sécurité d’approvisionnement. Afin d’être mieux préparé, le conseil d’administration a investi environ 40 millions de francs dans des installations de stockage supplémentaires ces dernières années. „Saldome 2 a coûté à lui seul 26 millions de francs“. Elle a été mise en service il y a deux ans dans la société Möhlin AG ; une construction autoportante en dôme de bois dans laquelle plus de 100 000 tonnes de sel peuvent être stockées. Le bâtiment frère, plus petit, peut accueillir environ 70 000 tonnes.

400’000 tonnes de sel en stock

Cette capacité de stockage devrait permettre d’éviter les goulets d’étranglement comme en 2009. Grâce à la douceur de l’hiver dernier, les stocks ont déjà été reconstitués. Sous les puissants dômes en bois des salines de Riburg et dans les entrepôts régionaux et les silos locaux de toute la Suisse, on trouve aujourd’hui 400 000 tonnes de sel. „C’est presque cinq fois la quantité nécessaire pour le mois d’hiver le plus rigoureux à ce jour“, déclare M. Hofmeier. Et tant que les stocks ne seront pas épuisés, 180 000 tonnes supplémentaires pourraient être produites.

Grâce aux investissements réalisés, le dernier hiver du siècle – celui de 2012-2013 – a déjà été maîtrisé sans goulots d’étranglement. Hofmeier attend l’hiver prochain avec confiance.

Cependant, les critiques continuent de douter que le monopoliste puisse fournir le service à un prix globalement plus bas que celui du marché libre. Le Conseil fédéral est également d’avis que la situation actuelle est dépassée, mais les cantons, en tant que propriétaires des salines, restent sur leur faim. Après tout, ils gagnent de l’argent avec cela : le bénéfice annuel moyen est d’environ 16 millions de francs suisses, avec un chiffre d’affaires de 100 millions, dit Hofmeier. Dans les hivers rigoureux, bien plus encore. „Cette année, nous sommes dans le noir à cause de l’hiver doux.“

Un accord conclu avec le surveillant des prix au début de l’année stipule que les bénéfices dépassant un certain seuil seront à l’avenir remboursés directement aux clients – il s’agit principalement des cantons, des villes et des communes qui ont acheté le sel de voirie. „L’année dernière, nous avons remboursé un million de francs, soit 50 francs de moins“, explique M. Hofmeier.

La surveillance des prix est devenue active parce que les bénéfices ont été distribués en fonction de la participation. Les cantons qui ont beaucoup de parts et peu de besoins en sel profitent excessivement des hivers rigoureux, tandis que les autres paient surtout.

L’accord a également assoupli les règles d’importation du sel de table et du sel de bien-être : à l’avenir, les sels que les salines du Rhin ne transportent pas dans leur assortiment pourront être importés – pour des quantités allant jusqu’à 500 kilogrammes, le permis coûte 100 francs, frais de stockage compris. L’accouchement de Karin Keil l’année dernière serait donc légal aujourd’hui.

«Vendre du sel de table comme sel de déglaçage»

Santé, solidarité et sécurité d’approvisionnement dans l’honneur – mais à quoi contribuent les restrictions à l’importation des spécialités de sel ? Selon M. Hofmeier, il s’agit de tenir de grandes quantités à l’écart du marché intérieur : „Le sel est difficile à différencier – si nous nous contentons de tout mettre en circulation, vous pourriez théoriquement importer du sel de table bon marché et le vendre comme sel de déglaçage en hiver“.

Cela pourrait mettre l’entreprise en difficulté. Mais la sécurité de l’approvisionnement ne peut être garantie que si la Suisse dispose d’une saline en activité.

Les partisans du monopole ont peut-être aussi une autre particularité du minéral en tête : le sel coule comme un liquide. Si un grain de sel trouve une ouverture, le suivant la suit, puis le suivant, et ainsi de suite. Incessamment, jusqu’à ce que la charge soit perdue. Chaque faille devient alors un énorme problème.

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Controversial salt monopoly

In Aargau and Baselland, salt is extracted from the ground around the clock. It ends up on plates and roads – a controversial monopoly protects it from foreign competition.

Karin Keil was already caught with the first load. An employee of the transport company discovered the packages in a shipment of one and a half tons of spices from South Africa – a good 100 kilograms of the purest, snow-white material. The man immediately picked up the phone.

„He said I had to get an import permit as soon as possible,“ says Keil. The 43-year-old had ordered salt from a fair trade saltworks in South Africa to resell it in Switzerland. Now the goods were stuck at the border.

Keil did not have to turn to the state for the permit, but to the Swiss Rheinsalinen AG. She wrote an e-mail late in the evening. At eight the next day her telephone rang. An employee of the Rhine Salt Works explained to Keil that it was forbidden to import salt. The company had a monopoly on salt trading in Switzerland – and no permit was issued for the import of pure salt.

„They wanted me to send the shipment back to South Africa,“ Keil said. „I thought: That’s impossible.“

The so-called salt shelf, which regulates salt production and trade in Switzerland, is always forgotten. It is a historically grown construct that reflects the political significance of salt.

The treasure at Muttenz

It is not only a vital mineral for humans and livestock, it was also indispensable as a preservative for thousands of years and therefore a sought-after commodity. Mining and trading was a privilege of the authorities, who sometimes ceded this right to third parties in return for a corresponding fee.

In this country there were only isolated small finds which were not productive enough for self-sufficiency. For this reason, Switzerland was long dependent on imports.

It was not until 1836 that the German businessman Carl Christian Friedrich Glenck discovered a salvific salt deposit on Swiss soil. He had searched in vain for 16 years; deep shafts were drilled in Valais, Jura, Zurich and Schaffhausen before he found it near Muttenz BL. At a depth of 134 metres he came across a thick layer of salt – the remains of a prehistoric sea.

The entrepreneur Glenck founded the Schweizerhalle salt works. Shortly afterwards, three more salt works were built in nearby Aargau, and in the following decades competitors fought over prices. In 1909, the Vereinigte Schweizerische Rheinsalinen AG was founded in order to resolve this. All cantons gradually took part in the company – except Vaud, which operated its own production facility, Saline de Bex SA (until the merger was completed a few weeks ago).

The saltworks retained the sole right of supply. Moreover, the goods could only be resold by the official salt suppliers.

Salt smuggling from canton to canton

Since the governments of the cantons involved set the resale price, there were sometimes considerable price differences within Switzerland. Until the seventies there was therefore a lot of salt smuggling. From cheap Aargau to expensive Solothurn, for example, or from Bern to Fribourg. In Bern, the 50-kilo sack cost CHF 12.50, in Fribourg twice that amount. Farmers hid the cargo in the wooden box of their buckwheels and hurriedly jerked it over the scythe. „And the miller sometimes drove half a truck full over to Freiburg,“ Fritz Imhof remembers.

The 79-year-old was the last official salt weigher in Neuenegg BE in the early seventies. Anyone caught smuggling salt was fined five francs a kilo, Imhof explains. In case of a repeat offence, he was threatened with prison. But in his time, there were no longer any strict controls: „They would have had to stop on the Sense Bridge to be discovered.

According to an intercantonal agreement, from 1973 onwards anyone could buy salt directly from the Rhine salt works and resell it, thus eliminating the price differences and consequently the salt smuggling between the cantons.

However, the Swiss salt market remained closed to the outside world. „Please note that you will no longer be able to import pure salt into Switzerland in the future,“ was written in a letter that Karin Keil received from Rheinsalinen AG. After some back and forth on the telephone, she had received a permit for her salt „as an exception“, but had to pay 100 francs for the illegal import, in connection with the express prohibition to import further salt. This is because the sole right of supply for the Swiss market also applies to the purchase of „special products not produced by the Swiss Rhine saltworks“.

Urs Hofmeier, Managing Director of Rheinsalinen AG, is prepared to answer questions about the salt monopoly. The model stands for health, solidarity and safety, he says: health, because the population is supplied with iodine and fluorine via salt; solidarity, because the tonne of salt delivered costs the same for all Swiss communities regardless of the transport distance; safety, because the domestic salt warehouses guarantee uninterrupted supplies.

Since the latter did not always succeed in recent years, the salt shelf came under criticism. The weather was to blame. „Whenever road salt became scarce, the shelf was questioned,“ says Hofmeier. By far the largest part of production is de-icing salt. A good 350,000 tonnes were sold in Switzerland in 2013. And if the salt runs out in winter, traffic will be paralysed.

Hofmeier shows a graph of salt consumption in recent years. Above the highest deflections there is a little cloud with a frost symbol, the first of which marks the winter of the century in 1999, followed by the winter of the century in 2004, and finally the winter of 2009 – one harder than the other. Each time it was said that this only happens every 100 years,“ says Hofmeier. And each time the salt reserves ran out too early.

In the winter of 2009/10, the Rhine salt works had to allocate salt quotas; mountain cantons with motorways and regions with large transport hubs were supplied first. This annoyed some communities, which were not allowed to buy any other salt because of the monopoly, but at the same time were not sufficiently supplied. Everything called for liberalisation.

However, if supply and demand are allowed to play freely, harsh winters could become expensive for the communities. Four years ago, up to 300 euros per tonne were offered in Germany; for salt that had to be bought from Romania, Dubai or North Africa. In the summer, the same amount cost only a fifth of that.

„In our country, a tonne costs a fixed 140 francs in summer and 190 francs in winter,“ says Hofmeier. The Riburg salt works is considered one of the most efficient in Europe. And any surcharge compared to internationally traded salt is justified by the costs of supply security. In order to be better prepared, the Board of Directors has invested around 40 million francs in additional storage facilities in recent years. „Saldome 2 alone cost 26 million francs.“ It was put into operation two years ago in Möhlin AG; a self-supporting wooden dome construction in which over 100,000 tonnes of salt can be stored. The smaller sister building can accommodate around 70,000 tonnes.

400’000 tons of salt in stock

This storage capacity should prevent bottlenecks like in 2009. Thanks to the past mild winter, stocks have already been replenished. Under the mighty wooden domes at the Riburg salt works and in regional warehouses and local silos throughout Switzerland there are now 400,000 tonnes of salt. „This is almost five times the amount needed in the most severe winter month to date,“ says Hofmeier. And until the stocks are used up, another 180,000 tonnes could be produced.

Thanks to the investments made, the last winter of the century – that of 2012/13 – has already been mastered without supply bottlenecks. Hofmeier looks forward to the coming winter with confidence.

However, critics continue to doubt whether the monopolist will be able to provide the service more cheaply overall than the free market. The Federal Council is also of the opinion that the current situation is outdated, but the cantons as owners of the salt works are sticking to their guns. After all, they earn money with it: the average annual profit is around 16 million Swiss francs, with sales of 100 million, says Hofmeier. In harsh winters, much more. „This year we’re in the black because of the mild winter.“

An agreement reached with the price supervisor at the beginning of the year stipulates that profits exceeding a certain threshold will in future be refunded directly to the customers – these are primarily cantons, towns and municipalities that have purchased the road salt. „Last year we refunded one million francs – down to 50 francs,“ says Hofmeier.

The price watchdog became active because the profits were distributed in accordance with the shareholding. Cantons with a lot of shares and low salt requirements benefit excessively in harsh winters, while the others pay above all.

In the agreement, the import regulations for table and wellness salt were also relaxed: in future, salts that the Rhine saltworks do not carry in their range may be imported – for quantities of up to 500 kilograms, the permit costs CHF 100 including shelf charges. Karin Keil’s delivery last year would therefore be legal today.

«Sell table salt as de-icing salt»

Health, solidarity and security of supply in honour – but what do import restrictions on salt specialities contribute? Hofmeier says it is about keeping large quantities away from the domestic market: „Salt is difficult to differentiate – if we simply release everything, you could theoretically import cheap table salt and sell it as de-icing salt in winter“.

This could put the company in trouble. But security of supply could only be guaranteed if Switzerland had a running salt works.

Perhaps the proponents of the monopoly also have another peculiarity of the mineral in mind: salt flows like a liquid. If a grain of salt finds an opening, the next one follows it, then the next one, and so on. Incessantly, until the charge is lost. Then every loophole becomes a huge problem.

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